Von klein auf wird uns beigebracht, denken sei allein eine Funktion des Gehirns (hirnen) und handle von sprachlichen (symbolischen) Inhalten:
Ich bin traurig oder aufgeregt; Herr Blum ist krank, er leidet an Grippe; Demokratie ist die Regierung durch das Volk, etc. In der Schule lernen wir, uns in klaren Sätzen auszudrücken. Dass
zwischen dem, was wir denken und was wir dabei fühlen eine enge Beziehung besteht, wird dabei ignoriert oder als rein subjektiv entwertet.
In dieser verlorenen Dimension schlummert ein Wissen, welches über das hinausgeht, was wir in Worten ausdrücken können. Focusing ist eine lernbare Methode, sich diesem Wissen, den gefühlten Bedeutungen geduldig zuzuwenden und ihnen eine Sprache zu geben. Dabei kommen wir zu neuen Einsichten, welche uns selbst überraschen können. Oft werden diese von einer körperlich spürbaren Erleichterung begleitet.
Focusing lässt sich einzeln oder in Gruppen lernen. Institute und Personen, welche Einführungen in Gruppen anbieten finden sich unter Links. Hat man die ersten Grundkenntnisse erworben, lässt sich Focusing partnerschaftlich üben und vertiefen.
Schon einzelne intensive Focusing-Prozesse können das Verständnis vergangener Erlebnisse verändern und damit Veränderungen in unserem Verhalten bewirken.
Wenn Focusing zur Grundhaltung wird, verändert sich unsere Art in der Welt zu sein:
Stellen Sie sich vor, Sie müssten an einen unangenehmen Ort gehen. Sie haben eine Abneigung hinzugehen. Achten Sie genau auf das Gefühl und wenden Sie sich ihm akzeptierend zu. Lassen Sie sich etwas Zeit dabei. Gibt es eine Veränderung?
Wenn Sie eine eine kleine Veränderung, möglicherweise eine Erleichterung feststellen, sind Sie Focusing auf der Spur. Meist ist eine Hinführung durch eine Person mit Focusing-Erfahrung nötig und hilfreich.